Luther 2017 Cranach 2015

Über das Gebäude

Ob der Besitzer des Hauses Coswiger Straße 28, ein Christian Kranach oder Kranich, überhaupt ein »echter Cranach« ist, konnte bis dato nicht zweifelsfrei geklärt werden. Er erscheint erstmals 1619 als Schoßzahler und zwar als Nachfolger von Anthonius Trinckwitz, der wiederum ein Nachkomme der Else Trinkwitz gewesen sein dürfte, die gut einhundert Jahre zuvor ihr Haus am Markt an Cranach d. Ä. verkauft hatte (> s. Markt 5 und Haus der Trinckwitzin).

Die Hausstelle Coswiger Straße 28, früher Coswiger Viertel 83, wurde erst seit 1571 mit Schoß belegt und war bis dahin wahrscheinlich Teil des Grundstücks Marstallgasse 20, für das im Jahre 1571 der Schoßbetrag von vorher 43 gr auf 6 gr reduziert wurde. Mit der Grundstücksteilung hatten sich interessante Möglichkeiten für einen Neubau an der Ecke Marstallgasse/ Coswiger Straße ergeben. 1638 wird dort ein zweistöckiges Fachwerkhaus mit 10 Stuben und einem Hintergebäude beschrieben, das nicht erhalten ist. Das heutige Haus wurde Ende des 19. Jahrhunderts erbaut.
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Literaturhinweis

Insa Christiane Hennen, »Cranach 3 D«: Häuser der Familie Cranach in Wittenberg und das Bild der Stadt, in: Das ernestinische Wittenberg: Spuren Cranachs in Schloss und Stadt, im Auftrag der Stiftung LEUCOREA hrsg. von Heiner Lück u. a., (Wittenberg-Forschungen, Bd. 3), Petersberg: Michael Imhof Verlag 2015, S. 313-362. - Hier auch die ältere Literatur!